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Pflicht zur Arbeitszeiterfassung: Was Unternehmen wissen müssen

Die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung gilt für Arbeitgeber bereits heute. Auch wenn einzelne gesetzliche Detailfragen weiterhin diskutiert werden, ist die entscheidende Frage nicht mehr, ob Arbeitszeit erfasst werden muss, sondern wie Unternehmen die Erfassung nachvollziehbar und praxistauglich organisieren.

Die Rechtsprechung hat in den vergangenen Jahren wesentliche Leitplanken gesetzt. Daraus ergibt sich ein klarer Handlungsrahmen: Arbeitszeiten müssen so erfasst werden, dass sie nachvollziehbar, verlässlich und im Streitfall belegbar sind.

Dieser Beitrag zeigt, auf welcher rechtlichen Grundlage die Pflicht beruht, welche Folgen sich daraus für die Praxis ergeben und warum digitale Zeiterfassung in diesem Zusammenhang zunehmend an Bedeutung gewinnt.

 

Rechtliche Grundlagen im Überblick

Die Entwicklung der Arbeitszeiterfassung lässt sich an vier zentralen Entscheidungen festmachen. Sie zeigen, wie sich die Anforderungen Schritt für Schritt verdichtet haben.

UrteilKernaussage
EuGH, 14.05.2019Objektives, verlässliches, zugängliches System zur Arbeitszeiterfassung erforderlich
BAG, 13.09.2022Gesetzliche Pflicht zur Zeiterfassung gilt bereits heute
ArbG Emden, 20.02.2020Fehlende Zeiterfassung kann Arbeitgeber im Streitfall in Beweisnot bringen
BAG, 12.02.2025 – 5 AZR 51/24Ein automatischer Pausenabzug ersetzt nicht den Nachweis, dass Pausen tatsächlich genommen wurden

Während EuGH und BAG die zentralen Leitlinien geprägt haben, zeigen Entscheidungen wie die des ArbG Emden vor allem, welche Bedeutung eine nachvollziehbare Dokumentation im Streitfall haben kann.

 

Welche Anforderungen Unternehmen bei der Arbeitszeiterfassung jetzt erfüllen müssen

Aus den gerichtlichen Entscheidungen ergeben sich für Unternehmen klare Anforderungen an Dokumentation, Nachweisbarkeit und Organisation der Arbeitszeit. Dazu zählen insbesondere diese Punkte:

  • Arbeitszeiten vollständig dokumentieren – Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit müssen nachvollziehbar erfasst werden.
  • Höchstarbeits- und Ruhezeiten im Blick behalten – die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben muss organisatorisch sichergestellt und im Zweifel nachvollziehbar sein.
  • Pausen individuell erfassen – ein automatischer Pausenabzug ersetzt nicht den Nachweis, dass Pausen tatsächlich genommen wurden.
  • Vertrauensarbeitszeit korrekt organisieren – auch bei Vertrauensarbeitszeit entfällt die Pflicht zur Erfassung der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit nicht.

Wichtig ist dabei nicht nur die Erfassung selbst, sondern auch ein Prozess, der Korrekturen, Freigaben und Auswertungen nachvollziehbar macht.

Warum digitale Zeiterfassung an Bedeutung gewinnt

Personen vor Gebäude und eine bedient RFID-Zutrittsleser mit RFID-Tag

Sobald die rechtliche Pflicht klar ist, stellt sich die praktische Folgefrage: Wie lässt sich Zeiterfassung so abbilden, dass sie zuverlässig funktioniert und zugleich im Alltag handhabbar bleibt?

Zwar ist die Form der Dokumentation bislang nicht abschließend gesetzlich vorgegeben. Papierlisten oder Excel-Dateien sind jedoch fehleranfällig, aufwändig in der Pflege und nur eingeschränkt auswertbar. Digitale Systeme bieten hier deutliche Vorteile:

  • Arbeitszeiten lassen sich verlässlich und nachvollziehbar erfassen
  • Manuelle Aufwände werden reduziert
  • Transparenz für Mitarbeitende und Führungskräfte steigt
  • Auswertungen für Planung und Steuerung werden einfacher
  • Daten können an Lohnabrechnung oder ERP-Systeme übergeben werden

Bei digitalen Systemen sollten Datenschutz, Zugriffsrechte, Aufbewahrung und Auswertungsmöglichkeiten von Anfang an mitgedacht werden.

Gerade dort, wo unterschiedliche Arbeitsmodelle, wechselnde Einsatzorte oder komplexere Abläufe zusammenkommen, zeigt sich der Vorteil einer Lösung, die nicht nur dokumentiert, sondern auch sauber auswertbar ist.

 

Sie möchten die Zeiterfassung in Ihrem Unternehmen gesetzeskonform einführen?

Wir zeigen Ihnen, welche Lösung zu Ihrer Betriebsgröße und Branche passt.
Gemeinsam klären wir die nächsten Schritte.

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Welche Bausteine sich aus diesen Anforderungen ableiten lassen

Im Mittelpunkt stehen dabei Lösungen zur Zeiterfassung – etwa Terminals, Software und Schnittstellen zu Lohnabrechnung oder ERP-Systemen. Wenn Zeiterfassung mit Zutritt kombiniert wird, können zusätzlich Identmedien, Zutrittsleser und Zutrittsmanager relevant sein. Je nach Ausgangssituation können dafür unterschiedliche Lösungen eingesetzt werden:

Zeiterfassungsterminals
Zeiterfassungsterminal INTUS 5200 freigestellt

Moderne Technologie und individuell gestaltbare Oberfläche.

Zu den Produkten
DEXICON
Monitor zeigt DEXICON Software

Software für Funktionen der Zutrittskontrolle und Zeiterfassung mit SAP Schnittstelle.

Zur Software
Zutrittsmanager
Zutrittskontrollmanager INTUS ACM80e Produktansicht

Die INTUS ACMs steuern angeschlossene Leser und Türkontakte.

Zu den Produkten
Zutrittsleser
Zutrittsleser INTUS 700touch in Frondansicht

Für jede Montageart und jedes Einsatzgebiet bieten wir passende Zutrittsleser an.

Zu den Produkten
Identmedien
Identmedien Karten und Tags verschiedene Ausführungen

RFID-Karten und Transponder für Zeit und Zutritt - PCS bietet eine große Auswahl.

Zu den Produkten

 

Ausblick: Kommt die wöchentliche Höchstarbeitszeit statt der täglichen Acht-Stunden-Tage?

Die Diskussion um eine flexiblere Ausgestaltung der Arbeitszeit wird politisch weitergeführt. Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich im Juli 2025 für eine stärkere Orientierung an einer wöchentlichen statt einer täglichen Höchstarbeitszeit ausgesprochen. Auch im politischen Raum wird diskutiert, ob das Arbeitszeitgesetz entsprechend angepasst werden soll. Eine konkrete gesetzliche Umsetzung bleibt jedoch abzuwarten.

Unabhängig von der weiteren Entwicklung bleibt eine verlässliche Dokumentation der Arbeitszeit wichtig, um Arbeitsschutz, Nachweisbarkeit und organisatorische Transparenz sicherzustellen. Gerade bei flexibleren Arbeitszeitmodellen wird nachvollziehbare Zeiterfassung eher an Bedeutung gewinnen.

Unternehmen, die ihre Arbeitszeiterfassung jetzt strukturiert aufstellen, schaffen eine bessere Grundlage für transparente Prozesse, belastbare Nachweise und künftige Anpassungen. Eine digitale Lösung kann dabei unterstützen, Arbeitszeiten nachvollziehbar zu dokumentieren, Auswertungen zu vereinfachen und bestehende Prozesse effizienter abzubilden.

 

Unsere Expertin für arbeitsrechtliche Fragestellungen

PCS Systemtechnik - Zeit und Zutritt
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Mitglied der Geschäftsleitung Sabine Mandl

Sabine Mandl

Prokuristin und Leitung Recht

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